Steuerfachangestellter – Wie schwer ist die Ausbildung?

Immer wieder hört man, dass die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten eine der schwersten in Deutschland sei. Wir haben ein wenig recherchiert und einige Zahlen und Fakten herausgearbeitet, um diesem Vorurteil auf den Grund zu gehen.

Schwerste Ausbildung

Hohe Ausbildungszufriedenheit

Wie eine jüngst im Auftrag der Bundessteuerberaterkammer durchgeführte Umfrage bestätigte, sind über 90% der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden. Zudem gaben 80% der über 1.600 Befragten an, nach Abschluss der Ausbildung im steuerberatenden Beruf bleiben zu wollen. Auch die stetig steigenden Auszubildendenzahlen sprechen für dieses Ergebnis. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben im Jahr 2014 in Deutschland 6.858 Auszubildende die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten begonnen. Damit liegt der Beruf auf Platz 22 der beliebtesten Ausbildungsberufe.

Grafik: Rangliste 2014 der Ausbildungsberufe in Deutschland

Dies zeigt auch, dass es sich hierbei keineswegs um einen langweiligen Bürojob handelt. Durch unterschiedlichste Mandanten und Sachverhalte, Branchen und Unternehmensarten, ergibt sich eine große Spannweite an Abwechslung. Natürlich geht damit auch ein hoher Kenntnisstand einher. Gesetze ändern sich stetig, sodass man sich regelmäßig weiterbilden und belesen sollte, um immer auf dem neusten Stand bei Gesetzesfragen zu bleiben. Unser Azubi Christian sieht darin sogar noch einen ganz praktischen Nutzen: „Das Wissen ist sehr praxisorientiert und ich kann das eine oder andere auch für mich privat verwenden.“

Abiturientenquote

Laut dem Bildungsbericht 2012 des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) hatten 2010 rund 59% der neuen Auszubildenden die allgemeine Hochschulreife beziehungsweise Fachhochschulreife. Dies klingt im ersten Moment recht hoch, allerdings liegt die Quote knapp unter dem Durchschnitt von 62% bei den kaufmännischen und Verwaltungsberufen.

Grafik: Schulische Vorbildung

Eine Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft bildet eine gute Basis für die Ausbildung und ist sicherlich als kleiner Vorteil anzusehen. Auch unser Azubi Michael hat sich damals für diesen Weg entschieden.

Jedoch ist das Abitur keine Voraussetzung für die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten. In der Berufsschule wird alles Wichtige vermittelt, sodass jeder die selben Chancen hat, die Abschlussprüfung zu bestehen. Somit haben Bewerber mit einem guten Realschulabschluss die gleichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz wie Abiturienten. Unter den Azubis bei der Connex finden sich Realschüler, Abiturienten aber auch Quereinsteiger.

„Aber dann muss ich doch sicher ein Mathe-Genie sein, um die Ausbildung zu bestehen?“ Wie gut man tatsächlich in Mathe sein muss hat unser Azubi Leon mal auf den Punkt gebracht.

Wie schwer ist die Prüfung zum/r Steuerfachangestellten?

Während der Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten muss man zwei Prüfungen ablegen. Nach der Hälfte, also anderthalb Jahren, findet eine Zwischenprüfung statt. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Abschlussprüfung. Die Ergebnisse dieser Prüfung gehen allerdings nicht in die Endnote mit ein. Sie dient lediglich zur Selbsteinschätzung – wie ist mein Stand, wo habe ich noch Probleme?

In der Regel findet dann nach drei Jahren die Abschlussprüfung statt. Diese umfasst drei schriftliche Prüfungen, wieder in den Fächern Steuerlehre, Rechnungswesen und Wirtschaft- und Sozialkunde sowie eine mündliche Prüfung. Hier wird alles abgefragt, was man in den drei Ausbildungsjahren gelernt hat.

Die Durchfallquote bei dieser Prüfung kann Aufschluss darüber geben, wie schwierig die Prüfung und damit letzten Endes auch die Ausbildung an sich ist. Die Steuerberaterkammer Sachsen veröffentlicht in ihren Kammerbriefen halbjährlich eine Auswertung der Abschlussprüfungen. In der Sommerprüfung 2014 fielen von den 240 Teilnehmern gerade einmal 16% durch. Ein Jahr später waren es bei 328 Teilnehmern lediglich 11%, die die Prüfung nicht bestanden. Diese Zahlen sprechen dafür, dass die Abschlussprüfung der Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten durchaus machbar ist.

Fazit

Abschließend betrachtet lässt sich sagen, dass es sich bei der Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten um einen Ausbildungsberuf mit hohen Anforderungen handelt. Wie schwer oder leicht einem die Ausbildung fällt, hängt letztlich auch sehr von den persönlichen Fähigkeiten sowie der eigenen Motivation ab. Die hohe Ausbildungszufriedenheit und geringe Durchfallquote bei der Abschlussprüfung sprechen dafür, dass man den Beruf durchaus mit etwas Fleiß und Durchhaltevermögen erlernen und bestehen kann. Beste Karrierechancen nach dem Abschluss sorgen für zusätzliche Motivation.

 

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Du machst bereits eine Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten oder hast sie bereits abgeschlossen? Wie schwer empfindest Du die Ausbildung? Gerne kannst Du Deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns teilen.