Checkliste für die Steuervorteile 2021

Homeoffice-Pauschale, Solidaritätszuschlag und Pendlerpauschalen – 2021 wird spannend in der Steuererklärung. Wo Sie mit Steuererleichterungen rechnen können und welche Vor- und Nachteile es zu nutzen gilt, erfahren Sie in unserem Überblick.

Der Überblick

  • Mehr Geld für Arbeitnehmer daheim und Vielfahrer
  • Entlastung und Unterstützung für Familien und Behinderte
  • Höhere Sozialausgaben

Homeoffice – Steuerersparnis 2021

Arbeiten vom Sofa aus, lohnt sich nun. Für die Homeoffice-Pauschale ist ein Arbeitszimmer keine Bedingung. Als Arbeitnehmer profitieren Sie jetzt noch mehr von der Werbungskostenpauschale von 1.000€, da die Homeoffice-Pauschale hier mit einfließt. Für diese kann jeder Berufstätige 600€ im Jahr geltend machen. Je Arbeitstag zählen 5€ pauschal als Werbungskosten oder Betriebsausgaben und können an maximal 120 Tagen im Jahr angerechnet werden. Das gilt auch rückwirkend für das Jahr 2020. Die Bedingung hierfür ist, dass Sie an diesen Tagen ausschließlich daheim arbeiten, keine Pendlerpauschale absetzen und auch kein Arbeitszimmer.

Kann Büromaterial 2021 von der Steuer abgesetzt werden?

Sammeln Sie Belege für Jobkosten! Kommen im Jahr mehr als 1.000€ Büromaterial zusammen, kann das Steuern sparen. Kosten für Internet, Telefon und Büromaterial im Home­office kann der Chef als Auslagen­ersatz steuerfrei erstatten.

Lohnen sich noch geldwerte Vorteile?

Ob Jobrad, Kitabeiträge, Jobticket oder der Büromasseur, die Regeln für geldwerte Vorteile werden strenger. Es gibt keine bloße Gehaltsumwandlung mehr, wie 2019 vom Bundesfinanzhof beschlossen. Dieses Urteil wurde gekippt. Der Büromasseur muss jetzt zusätzlich zum Gehalt spendiert werden. Steuerfrei bleibt es zwar, jedoch kann die Pendlerpauschale nur voll abgesetzt werden, wenn der Chef das Ticket pauschal mit 25 Prozent versteuert.

Für wem lohnt sich die Pendlerpauschale?

Auch Berufstätige mit weiten Wegen bekommen mehr zurück. Ab dem 21. Entfernungskilometer beträgt die Pendlerpauschale 23 Cent. Bisher konnten 30 Cent abgerechnet werden.

Geringverdiener, für die sich die höhere Entfernungspauschale nicht lohnt, bekommen eine Erstattung, eine sogenannte Mobilitätsprämie. Ab dem 21 Entfernungskilometer bekommen Sie 14 Prozent der erhöhten Pendlerpauschale. Wer einen kürzeren Arbeitsweg hat geht leer aus. Natürlich bekommt man die Mobilitätsprämie vom Finanzamt nur, wenn eine Steuererklärung abgegeben wird, selbst wenn keine Steuern gezahlt werden.

Entfällt der Solidaritätsbeitrag wirklich? Lohnt sich die Steigerung des Grundfreibetrags?

Nach 30 Jahren entfällt für die meisten Arbeitnehmer der so genannte Soli. Außerdem steigt der Grundfreibetrag auf 9.744€ an. Erst auf Einkommen darüber werden Steuern fällig. Für 100.000€ zu versteuerndes Einkommen werden 2021 1.630€ weniger Steuern fällig als noch in 2020. Besserverdiener haben eine geringere Ersparnis.

Der Soli bleibt auf Kapitalerträge erhalten und muss zum Beispiel auch noch auf Zinsen gezahlt werden. Ob der Soli noch verfassungsgemäß ist, muss der Bundesfinanzhof noch entscheiden. Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt bis 62.127€ zahlen keinen Soli mehr. Darüber hinaus erhöht sich dieser stufenweise bis zu den 5,5 Prozent wie bisher. Erst bei einem Einkommen über 96.822€ Einkommen im Jahr, wird der volle Soli fällig.

Wieviel Kindergeld kann man 2021 bekommen?

Ab Januar steigt das Kindergeld um 15€. Auch Kinderfreibeträge und Betreuungsfreibeträge wurden erhöht. Je Kind gibt es damit 8.388€ an Freibeträgen. Leider haben Familien mit bis zu 69.000€ Einkommen im Jahr keine Vorteile durch die Freibeträge. Für sie ist das Kindergeld günstiger.

Für das erste und zweite Kind gibt es jetzt 219€, für das dritte Kind 225€ und ab dem vierten Kind 250€. Das Finanzamt prüft nach der Steuererklärung von sich aus, ob für Sie Kindergeld oder Kinderfreibeträge mehr bringen.

Eine Entlastung von Alleinerziehenden gilt nicht mehr nur befristet, sondern wird mit einem Freibetrag von 2.100€ zusätzlich zu einem höheren Entlastungsbeitrag ab 2022 fest berücksichtigt.

Kurzarbeitergeld wird 2021 fortgeführt

Arbeitnehmer können bis 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten, längstens bis Ende 2021. Ab dem vierten Monat steigt das höhere Kurz­arbeitergeld auf 70 Prozent (Eltern 77 Prozent), ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (Eltern 87 Prozent).

Ausgleich für Eltern mit Kindern in Quarantäne

Wenn Kinder unter 12 in Quarantäne müssen, können sich Eltern einen Ausgleich für die Geldeinbußen holen. 67 Prozent des entgangenen Nettoverdienstes, maximal 2.016€ monatlich, können beim Arbeitgeber oder über die Webseite ifsg-online.de beantragt werden. Dies sind maximal 10 Wochen bei zwei Elternteilen oder 20 bei Alleinerziehenden. Bedingung ist, dass es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt. Die Entschädigung gibt es jetzt bis Ende März 2021.

Wie hoch steigt die Behindertenpauschale?

Menschen mit Behinderung werden stärker entlastet durch die Verdoppelung der Behindertenpauschale.

Höhere Sozialabgaben – Welche Kosten sind zu erwarten?

Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung steigen von 1,1 Prozent auf 1,3 Prozent. Auch die monatlichen Bemessungsgrenzen sind gestiegen, bis zu denen Beiträge fällig werden. In der Krankenversicherung auf 4.837,50€ und in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung um 200€ in den alten und 250€ in den neuen Bundesländern auf 7.100€ und 6.700€.

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